Nutzfunktion des Waldes

Die Nutzfunktion umfasst in erster Linie die Produktion des nachwachsenden Rohstoffes Holz (gesamte BRD ca. 40 Mio. fm pro Jahr), wobei im mitteleuropäischen Raum insbesondere die Produktion wertvollen Starkholzes ausschlaggebend ist. Grundlage für die Entscheidungen im Bereich der Holzproduktion bietet in erster Linie die forstliche Standortskartierung, die als Kombination sowohl aus geologischen, bodenkundlichen, klimatischen, pflanzensoziologischen und waldgeschichtlichen Aspekten Aussagen zu einzelnen Baumarten auf den jeweiligen Standorten macht.

Die Prämisse der Standortgerechtigkeit der Waldbestände umfasst somit nicht nur die Frage der Massen- und Wertleistung der einzelnen Baumarten, sondern auch die Frage der Betriebssicherheit sowohl im technischen, als auch im biologisch-ökologischen Sinne. Die Umsetzung der Ergebnisse der Standortkartierung erfolgt dann im Rahmen der planmäßigen Bewirtschaftung, da h. im Rahmen der zehnjährigen bzw. jährlichen Betriebsplanung.

Die früher sowohl im Körperschaftswald als auch im Privatwald wesentlich stärker vorhandene Einkommensfunktion des Waldes (Wald als Sparkasse) hat jedoch in den letzten Jahrzehnten durch sinkende Erlöse deutlich an Bedeutung verloren. Dennoch hat das erzielte Einkommen aus dem Wald insbesonders für den Bauernwald und Großprivatwald für das Überleben der Betriebe noch Gewicht. Dagegen sind mit der Kommunalreform in den 80er Jahren bei den Kommunen überwiegend Flächengrößen bzw. Wirtschaftsstrukturen entstanden, die die Bedeutung der Einnahmen aus dem Gemeindewald im Vergleich zu früher sehr gering werden lassen. Gleiches gilt auch für den Staatswald, wo die Reinerlöse im Vergleich zum Gesamthaushalt des Landes Baden-Württemberg eher eine marginale Größenordnung darstellen.

Darüber hinaus umfasst die Nutzfunktion jedoch auch die Arbeitsfunktion innerhalb des Waldes (ca. 80 Tsd. Beschäftigte in den alten Bundesländern), welche insbesondere im Privatwald, und hier speziell im gemischt land- und forstwirtschaftlichen Betrieb, auch heute noch eine gewisse Rolle spielt, da die Hauptarbeitsfunktion innerhalb des Waldes im Winter, und somit in der für die Landwirtschaft arbeitsarmen Zeit liegt.