Waldspiele zum Erfahren und Erkunden:

Bau eines Vogelnestes

Vorbereitung: Man fertigt für jedes Nest eine Hilfskonstruktion aus Bindedraht (d= 0,8 mm, l=1,7 m)

Schüler diskutieren (evt. in Zweiergruppen = Vogelpaare), welchen Anforderungen ein Nest genügen muss (Tarnung, Wärmedämmung, Robustheit...). Mit dem in der Umgebung zur Verfügung stehenden Material baut dann das Vogelpaar das Nest (einer bleibt „stationär“ beim Nest und baut, einer „fliegt“ aus und besorgt das Material, nach einiger Zeit wird gewechselt). Die fertigen Nester werden von der Gesamtgruppe begutachtet.

Ergänzung: Anschließend werden von einem Teil der Gruppe die Nester versteckt. Der andere Teil („Nesträuber“) sucht anschließend. Werden alle Nester wieder gefunden?
 
Bildbeschreibung: Ring mit ca. 10 Windungen formen, an einer Stelle fixieren und dann auffächern.

  1. Am besten, man wickelt den Bindedraht ca. 10x um eine Hand (Faust); so erhält man auch die richtige Größe für das „Nest“.
     
  2. Anschließend werden die Ringe durch die Drahtenden fixiert.
     
  3. Jetzt werden die Ringe vorsichtig und gleichmäßig aufgefächert.
     
  4. Anschließend wird ein schalen- oder kelchartiges Gebilde geformt, das die Grundkonstruktion für das spätere „Nest“ darstellt.

Das „Nistmaterial“ kann dann bequem und sicher zwischen den Drahtringen fixiert  werden.

Futtersuche für die Vogeljungen

Vorbereitung: Jeweils 100 Zahnstocher werden mit  Lebensmittelfarben in unterschiedlichen Farben eingefärbt (vom leuchtenden Rot bis zu Erdfarben), gut trocknen lassen.

Dieses Spiel ist gut im Anschluss an den „Nestbau“ einzusetzen. Jetzt müssen die Jungen gefüttert werden. Ein „Vogelpaar“ bildet eine Mannschaft. An der Startlinie befinden sich die Nester (nicht mehr als fünf Gruppen zur gleichen Zeit!).

Ein „Vogel“ bleibt beim Nest (Junge müssen gewärmt werden usw.), der andere fliegt aus um Futter zu suchen. Dieses besteht aus unterschiedlich gut getarnten Bodentieren („Würmer“ = angefärbte Zahnstocher). Die Zahnstocher sind vorher in einem gekennzeichneten Gebiet (Fläche ca. 10 m x 10 m),  mindestens 10 Meter von der Startlinie entfernt, verstreut worden. Als Untergrund ist  Laubstreu mit wenig Bewuchs recht gut geeignet.

Auf ein Zeichen hin startet also die „erste Garnitur“ um Futter zu besorgen, aber im Schnabel hat bei jedem Ausflug nur ein Futter-Zahnstocher Platz! (Achtung, Mogler!). Das Futter wird beim Nest abgeliefert und die Suche beginnt erneut. Nach einiger Zeit (Zeichen geben) wechselt sich das Vogelpaar in der Futtersuche ab.

Die Auswertung kann als Wettbewerb erfolgen: welches Paar hat die meisten Futtertiere gefunden? Aber interessant ist natürlich auch: wie viele in welcher Farbe? Hier kann man gut auf die Tarnung als Schutz vor dem Gefressenwerden kommen;  auch: Tarnung als Selektionsfaktor.

Warum Lebensmittelfarben?
Einige „Würmer“ sind so gut versteckt, dass sie im Wald zurückbleiben. Lebensmittelfarben stören den natürlichen Abbau der Zahnstocher nicht.

Kim-Spiele

sind Spiele zur Förderung der Aufmerksamkeit und Wahrnehmung (durch Konzentration auf einen Sinn). Der Name „Kim“ geht auf die literarische Figur von Rudyard Kipling („Kim“, „Die Dschungelbücher“) zurück.

Wie schwer es ist, im Wald mit seinen so unterschiedlichen und verwirrenden optischen Strukturen selbst völlig „waldfremde“ Gegenstände auszumachen, kann spielerisch über Kimspiele von den Schülern nachvollzogen werden. Zwei Beispiele:

Jagd nach eingeschmuggelten Gegenständen:

Etwa ein Dutzend waldfremder, auffallender Gegenstände wird entlang eines vereinbarten Weges (in bis zu ca. 5 Meter Entfernung zu diesem)  verteilt. Also z.B. eine rote Kehrschaufel an einem Fichtenzweig, ein Basketball bei einem kleinen Strauch, eine Glühbirne an einem dürren Ast usw.

Die Schüler gehen einzeln in Zeitabständen den Weg ab und notieren, welche Gegenstände sie entdeckt haben, die nicht in den Wald gehören.

Anschließend:  Auswertung.

Detektive im Wald:

Eine Stufe schwieriger als das oben beschriebene Spiel, da keine waldfremden Dinge verwendet werden. Als Vorbereitung „vertauschen“ wir z.B. Pflanzenteile, also befestigen wir etwa einen Fichtenzapfen an einer kleinen Buche am Wegrand, ein Eichenzweig gehört nun zu einer Tanne usw. Da der Schwierigkeitsgrad um einiges höher ist, sollte der vereinbarte Weg kürzer und der Abstand der „Fehler“ zum Weg geringer sein.

Auch das Finden und Sammeln von Fraßspuren kann unter die Kim-Spiele eingereiht werden.